Dienstag, 12. August 2014

Landwein aus der Pfälzer Grenzregion

boudier

Wein: Sauvignon Blanc

Weingut: Boudier & Koeller, Stetten

Jahrgang: 2013

Alkoholgehalt: 11 % Vol.

Preis: 11,80 Euro (ab Hof)

Internet: www.boudierkoeller.de

Geschrieben von Mundschenk

Nachdem in den letzten Wochen viel über die Pfälzer Spitzen-Sauvignon Blancs in der Presse („Die Zeters und von Winning räumen bei der Sauvignon Blanc Trophy ab“) und in unserem Blog (siehe den Artikel vom Kellermeister vom 7. August) zu lesen war, schauen wir uns heute einen „noch“ Außenseiter an.

Es klingt auf den ersten Blick etwas merkwürdig, fast erdichtet: Man fährt übers Land, sieht ein Haus und findet es toll, dann kauft man es, restauriert es und startet als Quereinsteiger ein Weingut mit Restauration. Aber so hat es sich bei den Boudier & Koellers zugetragen. Sie haben das alte Pfarrhaus in Stetten (Nordpfalz, ein Steinwurf von Rheinhessen und Nahe entfernt) im Jahr 2007 erworben und gründeten ein Weingut. Inzwischen wurde auch der gegenüberliegende Klosterhof dazu erworben und hier entstehen Zimmer, Vinothek, Restaurant und Weinkeller.

Die Weine werden in der Regel als Landwein (Rhein) ausgebaut, damit auch die Trauben von Weinbergslagen aus Rheinhessen und der Nahe genutzt werden können. Die Grenzlage führt bei Expansion zwangsweise dazu, dass man Lagen aus unterschiedlichen Anbaugebieten erwirbt. Unter anderen konnte aus dem Besitz des Schlosses von Kirchheimbolanden ein alter Weinberg gepachtet werden. Hieraus kann der Weintrinker zukünftig auch noch Einiges erwarten.

Der Boudier & Koeller-Sauvignon Blanc ist nicht wie der typische grasige Pfälzer Sauvignon Blanc. Er wirkt wie eine Neuerfindung aus französischem und neuseeländischem Stil. Er ist fruchtig, gradlinig und süffig ohne Grün- oder Katzenpipi-Ton. Der Schmelz kommt aus dem recht hohen Restzuckergehalt (10g) und macht den Wein zum idealen Begleiter für asiatische Essen. Für manchen SB-Liebhaber wirkt der Wein nicht ausreichend bissig, aber das macht gerade seine Besonderheit aus – ein gelungenes Frühwerk.

Noch ist das Weingut eher klein (weniger als 10 ha); aber der Ausbau ist in vollem Gange. Allein die Idee ein Gut über die Grenzen von Anbaugebieten hinweg zu etablieren und damit aus der üblichen Tradition auszubrechen ist schon bemerkenswert. Wer dann noch außergewöhnliche Weine (unter anderem auch einen Müller-Thurgau mit dem Namen „Mathilde von Tuszien“) macht, die nicht immer in das übliche Schema passen, dem zollen wir Respekt. (Foto: mundschenk)

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