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„Vergessen Sie den Musenhang nicht!“
Weine: Forster Musenhang, Riesling Kabinett trocken
Weingüter: Lucashof, Forst; Forster Winzerverein
Jahrgang: 2013
Alkoholgehalt: Jeweils 12 % Vol.
Preis: 6,40 (Winzerverein/ab Hof) beziehungsweise 8,40 Euro (Lucashof/Weinhandel)
Internet: www.forster-winzer.de; www.lucashof.de
Geschrieben von Kellermeister
Es ist sicher nicht übertrieben, dass die Forster Rieslinglagen weit über die Grenzen der Pfalz hinaus einen exzellenten Ruf genießen: Allen voran natürlich das Forster Ungeheuer, und das nicht nur wegen des ausgefallenen Namens. Und natürlich der Pechstein. Und der Jesuitengarten. Und nicht zu vergessen das Kirchenstück. Und, und, und …
Aber, frei nach Lucien Favre, dem Trainer meines Lieblingsklubs: „Vergessen Sie den Musenhang nicht!“ Die Lage, die ich in den vergangenen Jahren sehr zu schätzen gelernt habe, steht vielleicht ein wenig im Schatten der ganz großen Namen. Der Musenhang liegt zwischen Ungeheuer und Pechstein als östlicher und dem Wald des Haardtrandes als westlicher Begrenzung. Die Rebstöcke stehen so sehr gut windgeschützt, die Trauben können lange reifen. Im Boden finden sich Kalkgeröll, Lehm und Sand, das ganze in einer Höhe zwischen 160 und 220 Metern. Der Musenhang bringt etwas fruchtbetontere und weniger mineralische Weine hervor als Pechstein oder Ungeheuer.
Der erste 2013er Riesling, den ich im Glas hatte, war übrigens der Forster Musenhang (Kabinett) des Forster Winzervereins. Der Wein hatte meine Bedenken hinsichtlich der Qualität des Jahrgangs zerstreut. Kürzlich habe ich mir zum Vergleich den 2013er Musenhang vom Lucashof (ebenfalls aus Forst) zugelegt. Beide Weine kosten deutlich weniger als zehn Euro. Im Glas zeigt der Lucashof-Musenhang die kräftigere Farbe, auch die Nase nach reifem Apfel und exotischen Früchten (Mandarine, Ananas) lässt für einen Kabinett viel Kraft vermuten. Im Mund dann auch noch ein wenig Zitrus, alles sehr gut ausbalanciert, recht kraftvoll und mit gut eingebundener Säure. Dagegen kommt der Musenhang-Riesling des Winzervereins etwas säurebetonter, aber auch frischer daher. Hier dominieren vor allem dezente Zitrus-Aromen (Grapefruit), hinzu kommt etwas Pfirsich sowie eine mineralische Note, die mich an kalten Stein erinnert hat. Der Wein wirkt etwas schlanker als der Lucashof-Musenhang.
Welcher besser ist? Das ist wohl Geschmackssache. Gut sind beide – aber das hatte ich bei dieser Lage auch nicht anders erwartet.